Klima & Energie
Der Bereich Klima & Energie umfasst die Minderung der Treibhausgasemissionen und den Umbau des Energiesystems: Emissionsziele und Sektorbudgets, Strom- und Wärmeerzeugung, Netze und Speicher, die CO₂-Bepreisung sowie die Förderinstrumente für Erneuerbare, Industrie und Gebäude. Er reicht von den europäischen Emissionshandelssystemen über das Bundes-Klimaschutzgesetz bis zur kommunalen Wärmeplanung.
Ausgangslage
Die Zuständigkeiten sind geteilt: Der Bund setzt mit dem Klimaschutzgesetz die Sektorbudgets und steuert über EEG, Kohleausstiegsgesetz und den nationalen Brennstoffemissionshandel; die EU bestimmt mit dem Emissionshandel, der Lastenteilungsverordnung und den CO₂-Flottengrenzwerten den Rahmen; Länder und Kommunen genehmigen Anlagen und verantworten die Wärmeplanung. Deutschland emittierte 2025 rund 649 Mio t CO₂-Äquivalente, 0,9 Mio t oder 0,1 % weniger als 2024 — der Rückgang ist praktisch zum Stillstand gekommen, seit 1990 sind es 48 % weniger. Rückläufige Industrieemissionen (−5,6 Mio t, konjunkturbedingt) wurden fast vollständig durch Anstiege im Verkehr (+2,1 Mio t) und in Gebäuden (+3,4 Mio t) aufgezehrt. Die Projektionsdaten 2026 des Umweltbundesamts weisen bis 2030 nur eine Minderung von 62,6 % gegenüber 1990 aus statt der gesetzlich verlangten 65 %; das Emissionsbudget 2021–2030 wird rechnerisch nur noch mit 3,8 Mio t Puffer eingehalten, nachdem der Puffer im Vorjahr noch 81 Mio t betrug. Der Expertenrat für Klimafragen bestätigt diese Zielerreichung nicht: Er erwartet eine Überschreitung des Budgets um 60 bis 100 Mio t und hält keines der gesetzlichen Ziele bis 2040 für erreichbar. Die Ziellücke konzentriert sich auf zwei Sektoren: Verkehr (186,9 Mio t) und Gebäude (110,1 Mio t) überschreiten ihre kumulierten Jahresemissionsmengen bis 2030, während Energiewirtschaft und Industrie übererfüllen; gegenüber der EU-Klimaschutzverordnung wächst die Lücke auf 255 Mio t, die Deutschland durch den Ankauf von Zuweisungen anderer Mitgliedstaaten decken müsste. Im Stromsystem geht der Umbau voran: Der Anteil der Erneuerbaren am Bruttostromverbrauch stieg 2025 auf 55,1 %, die Erzeugungsleistung wuchs um rund 21 GW (Photovoltaik 16,4 GW, Wind an Land 4,6 GW), der Kohleausstieg bleibt gesetzlich auf spätestens 2038 terminiert. Die CO₂-Bepreisung wechselt das Regime: 2026 werden die Zertifikate des nationalen Emissionshandels erstmals versteigert, in einem Korridor von 55 bis 65 € je Tonne, während der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (ETS-2) auf 2028 verschoben wurde; Strom kostete private Haushalte im zweiten Halbjahr 2025 durchschnittlich 40,55 ct/kWh und damit 23,4 % mehr als 2021. Fiskalisch hängt der Umbau am Klima- und Transformationsfonds, aus dem 2026 Ausgaben von 34,8 Mrd € fließen sollen, davon 11,97 Mrd € für Energieeffizienz und Erneuerbare im Gebäudebereich.
Übersicht
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