Wirtschaft & Arbeit
Der Bereich Wirtschaft & Arbeit umfasst die allgemeine Wirtschafts-, Industrie- und Arbeitsmarktpolitik in Deutschland: Rahmenbedingungen für Unternehmen und Beschäftigung, Arbeitsvermittlung und Arbeitsförderung, die Lohnfindung durch die Tarifparteien sowie die Regeln des EU-Binnenmarkts. Er betrifft Beschäftigte und Arbeitsuchende ebenso wie Unternehmen und Selbstständige.
Ausgangslage
Die Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik verantwortet der Bund; die Bundesagentur für Arbeit vollzieht Vermittlung, Arbeitslosengeld und Arbeitsförderung. Löhne und Arbeitsbedingungen verhandeln die Sozialpartner im Rahmen der Tarifautonomie; die EU setzt über Binnenmarkt-, Beihilfe- und Handelsregeln den äußeren Rahmen. Nach zwei Rezessionsjahren wuchs das Bruttoinlandsprodukt 2025 preisbereinigt um 0,2 %; getragen wurde das Wachstum vom privaten und staatlichen Konsum, während Exporte und Investitionen erneut zurückgingen. Die Industrie verlor 2025 im dritten Jahr in Folge Wertschöpfung (−1,3 %), die Zahl der Unternehmensinsolvenzen erreichte mit 24.064 den höchsten Stand seit 2014. Der Arbeitsmarkt stagniert: Im Juni 2026 waren 2,94 Millionen Menschen arbeitslos (Quote 6,2 %), die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sinkt leicht, der langjährige Anstieg der Erwerbstätigenzahl ist zum Erliegen gekommen. Arbeitskosten von 45,00 € je Stunde liegen rund 29 % über dem EU-Durchschnitt; Strom kostete Nicht-Haushaltskunden im zweiten Halbjahr 2025 trotz Rückgangs noch 15,4 % mehr als 2021. Ohne neue Maßnahmen zeichnen die Frühindikatoren eine Seitwärtsbewegung: Die Produktion lag im Mai 2026 auf Vorjahresniveau, die gemeldeten Arbeitsstellen stabilisieren sich auf niedrigem Niveau. Das am 1./2. Juli 2026 vom Koalitionsausschuss beschlossene Paket „Aufschwung und Beschäftigung" mit 34 Maßnahmen ist in diesen Daten noch nicht enthalten.
Übersicht
alle Vorschläge auf der Zukunftsskala · Kästchen anklicken → Vorschlagschlechterschlechterausgeglichenbesserdeutlich
besser
Vorschläge
4 bewertet · sortiert nach relativer Stärke- Besser · 79 %Größe: kleinPlattformhaftung für Betrugswerbung
Große Plattformen sollen gesetzlich verpflichtet und haftbar sein, Betrugswerbung zu verhindern und zu entfernen - statt an ihr zu verdienen.
- Schlechter · 35 %Größe: kleinIndustriestrompreis
Der Staat deckelt für energieintensive Unternehmen den Preis für die Hälfte ihres Stroms auf 5 Cent je Kilowattstunde und erstattet die Differenz zum Marktpreis.
- Schlechter · 28 %Größe: kleinBefristung und Abfindungsmodell
Arbeitsverträge sollen künftig vier statt zwei Jahre ohne Grund befristet werden dürfen, und Beschäftigte mit sehr hohem Einkommen sollen im Streitfall eine Abfindung statt ihres Arbeitsplatzes erhalten.
- Deutlich schlechter · 18 %Größe: kleinAU-Pflicht ab Tag 1
Beschäftigte sollen eine ärztliche Krankschreibung schon vom ersten Fehltag an vorlegen müssen statt wie bisher erst ab dem vierten Tag.